Anbieter: Antonio Viani Importe
Colomba Paradiso
Beschreibung
Colomba Paradiso ohne kandierte Früchte und ohne Glasur
Die Colomba Paradiso ist die nackte Variante des italienischen Osterkuchens: ohne kandierte Zitrusschalen, ohne Nussglasur, ohne Mandeln und Hagelzucker. Statt Fruchtstücken bringt Orangenfruchtpaste das Aroma in den Teig. Puderzucker zum Bestäuben liegt bei.
Die Colomba Paradiso von Galup ist ein 750 Gramm schwerer Hefekuchen in Taubenform, der bewusst auf alles verzichtet, was eine Colomba sonst ausmacht. Kein kandiertes Orangeat im Teig, keine Haselnussglasur, keine Mandel obenauf. Was bleibt, ist der Hefeteig selbst, aromatisiert mit Orangenfruchtpaste, und ein Tütchen Puderzucker zum Selbstbestäuben.
Eine Ausnahme, die im Gesetz steht
Eine Colomba muss in Italien eigentlich einen Mindestanteil kandierter Zitrusschalen enthalten und oben eine Glasur mit Mandeln tragen. Die Paradiso hat beides nicht, und das ist kein Versehen, sondern der ganze Punkt.
Sie ist deshalb aber keine Sparversion, sondern eine ausdrücklich geregelte Ausnahme. Das italienische Backwarendekret erlaubt die Colomba ohne kandierte Schalen und ohne Glasur, verlangt dafür aber, dass die Abweichung im Verkehrsnamen steht. Genau darum trägt die Packung diese lange, sperrige Bezeichnung: Colomba ohne kandierte Zitrusfrüchte, mit Orangenpaste, ohne Glasur, Mandeln und Hagelzucker.
Anders als bei der klassischen Variante arbeitet Galup hier neben der Mutterhefe zusätzlich mit Backhefe. Der Teig geht dadurch etwas anders auf, bleibt aber genauso weich und langfaserig. Die Krume ist heller, gleichmäßiger und ohne die dunklen Fruchteinschlüsse.
Im Mund schmeckt sie deshalb vor allem nach dem, was ein guter Hefeteig zu bieten hat: nach Butter, nach Ei, nach langer Führung. Die Orange liegt darunter als Duft, nicht als Stück, und trägt den Teig, ohne ihn zu dominieren. Wer Panettone und Colomba bislang wegen der kandierten Früchte gemieden hat, findet hier den Teig ohne das, was ihn gestört hat.
Wer Orangeat nicht mag, isst diese hier
Das Aroma kommt vollständig aus einer Fruchtpaste aus Orangenschalen mit Zitronensaftkonzentrat. Die Orange ist damit da, aber gleichmäßig im Teig verteilt statt in Stücken.
Genau darin liegt der Sinn dieser Colomba: Sie löst das häufigste Problem am Ostertisch, nämlich die Hälfte der Gäste, die Orangeat aus dem Kuchen puhlt. Wer diese Stücke dagegen mag, greift zur Colomba tradizionale, in der die kandierte Orangenschale sichtbar in Stücken liegt.
Ohne Glasur ist die Oberfläche schlicht gebräunt, weshalb ein 50-Gramm-Tütchen Puderzucker beiliegt. Du bestäubst sie erst kurz vor dem Servieren, dann bleibt der Zucker weiß und pudrig, statt im Teig zu verschwinden. Serviert wird sie zu Kaffee, zu Tee oder zu einem Glas Schaumwein, und Scheiben vom Vortag lassen sich hervorragend toasten. Wer möchte, streicht Fruchtaufstrich darauf und ersetzt so die Frucht, die im Teig fehlt.
Galup, zweimal beinahe verschwunden
Galup backt seit 1922 in Pinerolo bei Turin und beliefert seit 1937 als Fornitore della Real Casa auch das italienische Königshaus. 1948 zog die Produktion in das Werk an der Via Fenestrelle, rund 10.000 Quadratmeter groß.
Dann kam der Absturz. In den 1990er-Jahren geriet das Haus in Schwierigkeiten, 2012 folgte die Liquidation. Ein Jahr später übernahmen piemontesische Unternehmer die Marke, seit 2014 führen Giuseppe Bernocco und Sebastiano Asteggiano das Unternehmen. 2022 wurde Galup ins italienische Register historischer Marken aufgenommen.
Heute verlassen in der Saison rund 8.000 Colombe am Tag die Backstube in Pinerolo, cremefarben in Papier gewickelt und von Hand verpackt. Ins deutsche Regal bringt sie Antonio Viani, mehr Saisonales liegt unter Ostern und weiteres Gebäck unter Süßgebäck. Ostern ist die einzige Jahreszeit, in der es sie gibt. Eine Taube ohne Federschmuck, und gerade deshalb eine, die alle essen.



